Teil des RC-Lexikons Elektro · 8/8
Kurz gesagt
Failsafe ist die Notfunktion deiner Fernsteuerung: Bricht das Funksignal ab, bringt der Empfänger die Kanäle in eine vorher gespeicherte Stellung – beim Gas Leerlauf oder leichte Bremse. Ohne Einstellung behalten viele Empfänger einfach die letzte Stellung (Hold), und ein Modell mit Vollgas fährt weiter. Früher war Failsafe ein Zusatzmodul zwischen Empfänger und Gasservo, heute steckt es in fast jedem 2,4-GHz-Empfänger, und viele Fahrtregler stoppen zusätzlich, wenn kein Signal mehr ankommt. Stell den Failsafe nach dem Binden ein und teste ihn mit aufgebocktem Modell, indem du den Sender ausschaltest.

Failsafe (englisch für „ausfallsicher“): Eigenschaft eines Systems, im Fehlerfall möglichst wenig Schaden anzurichten. Im RC-Modell heißt das: Kommt kein gültiges Signal mehr vom Sender, fährt der Empfänger die Servos in eine sichere Stellung, damit das Modell nicht unkontrolliert weiterfährt oder -fliegt.
- Auslöser
- Funkausfall, je nach System auch zu schwacher Empfängerakku
- Modi
- Hold (letzte Stellung) oder feste Failsafe-Position
- Gas beim Verbrenner
- auf Bremse
- Gas bei Elektro
- auf Neutral
- Test
- Räder in der Luft, Sender aus
Was macht ein Failsafe?
Der Failsafe kontrolliert den Informationsstrom zwischen Empfänger und Servo. Wird das Signal zu schlecht oder fällt der Funk komplett aus, fährt der Failsafe die Servos in eine vorkonfigurierte Stellung – meist in die Bremsstellung. Sobald das Signal wieder gut ist, gibt der Failsafe die Steuerung frei. Viele Failsafes schalten außerdem in den Sicherungsmodus, wenn die Spannung der Empfängerstromversorgung zu niedrig wird.
Warum das wichtig ist, zeigt die Animation: Zwei Modelle fahren mit Gas, dann reißt die Funkverbindung ab.
Der Funk reißt nach gut drei Sekunden ab. Der obere Buggy behält die letzte Gasstellung und fährt davon, der untere bremst sofort.
- Sender: Solange die Verbindung steht, bekommt der Empfänger mehrmals pro Sekunde neue Werte. Dann bricht sie ab – etwa durch Reichweite, Störung oder einen leeren Senderakku.
- Ohne Failsafe (Hold): Der Empfänger gibt weiter die letzte Gasstellung aus. Das Modell fährt mit Gas weiter, bis es irgendwo einschlägt.
- Mit Failsafe: Der Empfänger fährt das Gas auf die gespeicherte Stellung, hier leichte Bremse. Das Bremslicht zeigt es an, das Modell bleibt stehen.
- Gaskanal über die Zeit: Blau vor dem Signalverlust, rot gestrichelt ohne Failsafe, grün mit Failsafe.
Ein Failsafe spart dir Reparaturkosten – und schützt alle, die an der Strecke stehen. Gerade schwere Modelle in 1:5 und 1:6 richten bei einem Funkausfall mit Vollgas echten Schaden an.
Hold oder Failsafe-Position – was ist der Unterschied?
Bei „Hold“ behält der Empfänger nach einem Signalverlust die zuletzt empfangene Stellung bei. Bei einer Failsafe-Position fährt er eine Stellung an, die du vorher gespeichert hast. Für das Gas ist nur die feste Failsafe-Position sicher. Bei einer aktuellen Reely-Anlage zum Beispiel bleiben ohne Programmierung alle Kanäle bei Signalverlust in der letzten Stellung stehen – Failsafe musst du dort aktiv einstellen.
| Modus | Was bei Signalverlust passiert | Einschätzung |
|---|---|---|
| Hold (letzte Stellung) | Alle Kanäle bleiben, wo sie zuletzt waren | für das Gas gefährlich; das Modell fährt mit Gas weiter |
| Failsafe-Position | Kanäle fahren auf gespeicherte Werte, z. B. Gas auf Bremse | empfohlen für den Gaskanal |
| Kein Signal ausgeben (bei manchen Empfängern wählbar) | Empfänger schickt keine Pulse mehr, Servos werden kraftlos | nur sinnvoll, wenn der Regler darauf mit Abschalten reagiert |
| Regler-Failsafe | Der Fahrtregler stoppt den Motor, wenn kein Gassignal mehr ankommt | gute Ergänzung, ersetzt die Einstellung im Empfänger aber nicht |
Ein Absima-Fahrtregler etwa schaltet laut Anleitung ab, wenn das Signal 0,2 Sekunden lang fehlt. Das funktioniert aber nur, wenn am Gaskanal wirklich kein Signal mehr ankommt. Steht der Empfänger auf Hold, schickt er weiter gültige Pulse mit der letzten Gasstellung – und der Regler fährt weiter.
Welche Failsafe-Arten gibt es?
Es gibt drei Orte, an denen ein Failsafe sitzen kann: als Zusatzmodul, im Empfänger oder im Fahrtregler. Bei alten Quarzanlagen war das Zusatzmodul die einzige Lösung, heute ist der Failsafe im Empfänger Standard.
Zusatzmodul (früher)
Wird zwischen Empfänger und Gasservo gesteckt und überwacht das Signal. Die Installation ist denkbar einfach. Typisch für Quarzanlagen.
Im Empfänger (heute)
Die Failsafe-Position speicherst du im Sender-Menü oder beim Binden. Standard bei 2,4-GHz-Anlagen.
Im Fahrtregler
Der Regler stoppt den Motor, wenn kein Gassignal mehr ankommt. Zusätzlicher Schutz bei Elektromodellen.
Auf meiner alten Seite war das Failsafe-Modul von Conrad abgebildet, das zwischen Empfänger und Gas-Brems-Servo gesteckt wurde. Solche Module waren für Quarzanlagen üblich, wie sie etwa der Carson Attack mit seiner 2-Kanal-Anlage hatte. Die Wikipedia beschreibt das Prinzip so: Das Modul führt bei unzuverlässigem Empfangssignal eine einstellbare Aktion aus, etwa die Bremse zu betätigen – ausgelöst durch schwachen Funkempfang oder zu geringe Batteriespannung.
Wie stellst du den Failsafe ein?
Du legst für den Gaskanal eine Position fest und speicherst sie im System. Wie das genau geht, hängt von deiner Anlage ab: Bei manchen Sendern gibt es einen Menüpunkt „F/S“ oder „Failsafe“, bei anderen hältst du beim Binden die Bedienelemente in der gewünschten Stellung. Die Anleitung deiner Anlage hat Vorrang – der Ablauf ist aber fast immer so:
- Modell vorbereiten
Modell aufbocken, Räder frei. Beim Verbrenner den Motor nicht starten – du beobachtest nur das Gasservo.
- Sender und Empfänger einschalten
Sind beide gebunden, prüfst du kurz Lenkung und Gas.
- Failsafe-Funktion aufrufen
Im Sender-Menü (oft „F/S“) den Gaskanal wählen oder je nach System die Bind-Prozedur starten.
- Position festlegen
Verbrenner: Gashebel leicht in Richtung Bremse halten. Elektro: Gashebel in Neutral. So empfiehlt es zum Beispiel die Reely-Anleitung.
- Speichern
Wert bestätigen. Die Lenkung kannst du auf Hold lassen oder auf Mitte stellen.
- Testen
Sofort danach den Test machen, wie im nächsten Abschnitt beschrieben.
Wie testest du den Failsafe sicher?
Du testest den Failsafe, indem du bei aufgebocktem Modell Gas gibst und dann den Sender ausschaltest. Geht das Gas auf Neutral oder Bremse, funktioniert er. Mach den Test nach jedem Binden, nach jeder Änderung an Reverse, Trimmung oder Gasweg und vor dem ersten Fahrtag mit einem neuen Modell.
Failsafe-Test Schritt für Schritt
Teste den Failsafe nie, indem du das fahrende Modell aus der Reichweite fahren lässt oder den Sender bei voller Fahrt ausschaltest. Ein falsch eingestellter Failsafe macht genau dann aus deinem Modell ein Geschoss. Bei Verbrennern gilt zusätzlich: Hände weg von Kupplung, Antrieb und heißem Auspuff.
Auch für Flugmodelle gilt: Bei ausgeschaltetem Sender muss der Motor stoppen – mehr dazu auf mini-flugzeuge.de.
Wie stellst du den Failsafe beim Verbrenner ein?
Beim Verbrenner stellst du das Gasservo auf Bremse. Der Vergaser geht dabei in Leerlaufstellung, die Drehzahl sinkt, die Fliehkraftkupplung trennt den Antrieb, und die Bremse hält das Modell fest. Eine reine Neutralstellung reicht oft nicht: Läuft der Motor mit erhöhtem Standgas, kann die Kupplung noch mitnehmen.
Ich fahre am liebsten Verbrenner, und gerade dort ist der Failsafe Pflicht: Ein 1:8-Buggy wie mein Reely Air Attack oder ein 1:6-Benziner wiegt einige Kilo und ist schnell. Achte auch auf den Empfängerakku: Verbrenner haben kein BEC, die Empfängerversorgung kommt aus einem eigenen Akku. Wird er schwach, kann die Funkverbindung ausfallen, bevor du es merkst. Wie Vergaser und Leerlauf zusammenhängen, erklärt die Seite Verbrennermotor.
Wie stellst du den Failsafe beim Elektromodell ein?
Beim Elektromodell stellst du das Gas im Failsafe auf Neutral. Der Regler nimmt dann die Leistung weg, und je nach Einstellung bremst die Motorbremse (Drag Brake) das Modell ab. Viele Fahrtregler schalten zusätzlich ab, wenn kein Gassignal mehr ankommt – das wirkt aber nur, wenn der Empfänger nicht auf Hold steht.
Prüfe außerdem die Stromversorgung: Bricht die BEC-Spannung ein, etwa weil ein starkes Lenkservo zu viel Strom zieht, kann der Empfänger kurz aussetzen. Wie das BEC arbeitet, steht auf der Seite Fahrtregler.
Failsafe funktioniert nicht – was tun?
Die meisten Failsafe-Probleme haben eine von drei Ursachen: Er wurde nie eingestellt, er wurde nach Änderungen nicht neu gespeichert, oder die Stromversorgung bricht ein. Der Entscheidungsbaum führt dich zur Lösung:
Modell aufgebockt, Gas gegeben, Sender aus: Was macht das Gas?
Hast du eine Failsafe-Position gespeichert (Sender-Menü oder beim Binden)?
Hast du danach neu gebunden oder Reverse, Trimmung oder Gasweg verändert?
Hast du nach dem Speichern Servo-Reverse oder die Gastrimmung geändert?
Alles richtig eingestellt.
Wiederhole den Test nach jedem Umbau, Senderwechsel und Neubinden – und gelegentlich zwischendurch.
Failsafe einstellen.
Dein Empfänger steht vermutlich auf Hold. Gas in Neutral (Elektro) oder leicht auf Bremse (Verbrenner) halten und als Failsafe-Position speichern – genau nach Anleitung deiner Anlage. Danach erneut testen.
Failsafe-Position neu speichern.
Nach Änderungen an Reverse, Trimmung oder Gasweg passt die gespeicherte Position nicht mehr zur Neutral- oder Bremsstellung. Bei manchen Systemen wird sie beim Neubinden gelöscht oder neu gesetzt.
Anleitung und Stromversorgung prüfen.
Manche Empfänger haben mehrere Failsafe-Modi, manche Regler einen eigenen Failsafe, der zuerst aktiviert werden muss. Prüfe außerdem Empfängerakku oder BEC-Spannung. Hilft das nicht, frag beim Hersteller nach.
| Symptom | Mögliche Ursache | Abhilfe |
|---|---|---|
| Modell fährt bei ausgeschaltetem Sender weiter | Empfänger steht auf Hold | Failsafe-Position für Gas speichern |
| Failsafe gibt Gas statt zu bremsen | nach dem Speichern Reverse oder Trimmung geändert | Position neu speichern und testen |
| Failsafe weg nach Neubinden | System setzt Failsafe beim Binden zurück | nach jedem Binden neu einstellen |
| Modell zuckt, Servos laufen ohne Grund an | Antenne falsch verlegt, Störquelle, schwacher Akku | Antenne senkrecht führen, Akkus laden, Reichweitentest |
| Motor stoppt plötzlich während der Fahrt | Signalverlust oder Unterspannungsabschaltung des Reglers | Empfänger, Kabel und Akku prüfen |
Weitere Ursachen für Aussetzer und andere Pannen sammelt die Seite Fehlersuche. Grundlagen zu Sender, Empfänger und Binden findest du unter Fernsteuerung.
Teste dein Wissen
Häufige Fragen
Hat jeder 2,4-GHz-Empfänger einen Failsafe?
Die meisten haben eine Failsafe-Funktion, sie ist ab Werk aber oft nicht für das Gas eingestellt. Viele Empfänger halten ohne Einstellung die letzte Stellung. Prüfe es in der Anleitung und mit dem Test.
Muss ich den Failsafe nach dem Binden neu einstellen?
Bei manchen Systemen ja, weil die Failsafe-Werte beim Binden gesetzt oder gelöscht werden. Teste den Failsafe deshalb nach jedem Binden.
Was bedeutet Hold beim Failsafe?
Hold heißt: Der Empfänger behält bei Signalverlust die zuletzt empfangene Stellung bei. Für die Lenkung kann das in Ordnung sein, für das Gas ist es gefährlich.
Wie schnell greift der Failsafe?
Das hängt vom System ab und steht in der Anleitung. Ein Absima-Fahrtregler etwa schaltet laut Anleitung ab, wenn das Gassignal 0,2 Sekunden fehlt.
Brauche ich bei einem Elektromodell überhaupt einen Failsafe?
Ja. Auch ein Elektromodell fährt bei Hold mit der letzten Gasstellung weiter. Stell den Failsafe auf Neutral und teste ihn.
Quellen
- Fail-Safe – Wikipedia – Definition, Fail-Safe-Modul im Modellbau: einstellbare Aktion wie Bremsen bei schwachem Funkempfang oder zu geringer Batterieleistung
- Reely GT6 EVO, Bedienungsanleitung (PDF, Conrad) – Failsafe pro Kanal einstellbar, ohne Programmierung letzte Stellung, Empfehlung Bremse beim Verbrenner und Neutral bei Elektro, Bindevorgang
- Funkfernsteuerung – Wikipedia – Fail Safe und Hold als definierter Ruderstand bei Empfangsproblemen
- Absima A10 ECO Brushless-Fahrtregler, Bedienungsanleitung (PDF, Conrad) – Abschaltung des Reglers, wenn das Signal 0,2 Sekunden fehlt; Motorstopp durch Signalverlust in der Fehlertabelle
Stand: Oktober 2026. Technische Angaben sind Richtwerte; die Anleitung deines Herstellers hat Vorrang.