Eloxal versiegeln verdichten

Eloxal versiegeln und verdichten

Um die Einlagerung von korrosionsfördernden Stoffen zusätzlich zu den Farbstoffen zu verhindern, eine maximale Korrosionsbeständigkeit zu erzielen und die Qualität der Oberfläche zu verbessern, müssen die Poren abschließend verdichtet werden. Dies nimmt man üblicherweise mit heißem entsalztem Wasser (>96 °C) oder Dampf vor. Es gibt auch die Möglichkeit des chemischen Verdichtens, das meist in Kombination mit dem Dampfverdichten eingesetzt wird. Die eloxierten und anschließend gefärbten Aluminiumwerkstücke sollten möglichst im Sealingverfahren (Verdichtungsprozess) behandelt werden, um ein Ausbluten der Farbstoffe zu vermeiden. Das Kochen erfolgt in entionisiertem Wasser oder speziellen Lösungen. Auf der Schichtoberfläche kommt es zu einer Reaktion zwischen Aluminiumoxid und Wasser, wobei sich zunächst das wasserreiche Bayerit bildet. Mit steigender Temperatur wird es langsam von der Oberfläche in Richtung Metall in das stabile kristalline Böhmit umgewandelt, da die Diffusionsgeschwindigkeit von außen nach innen abnimmt. Aufgrund seines großen Volumenanspruchs werden die Poren verengt und schließlich geschlossen. Eingeschlossene Farbpigmente werden so versiegelt und es bildet sich die gewünschte kratzfeste Oberfläche.

Neben der Heißwasserverdichtung kann man auch die so genannte Kaltimprägnierung (25-30 °C) verwenden, wobei dem Verdichtungsbad Ni-Fluorid zugesetzt wird. Die Poren setzen sich aufgrund eines Niederschlags aus fluoridhaltigem Nickel/Aluminiummischoxid zu. Die Vorteile ergeben sich aus der Energieersparnis und der geringeren Reinheitsanforderung des Wassers. Die Kaltimprägnierung neigt aber verstärkt zur Mikrorissbildung, was jedoch durch eine anschließende Wasserverdichtung gemildert werden kann.